Sonntag, 23. August 2015

Gibt es in Deutschland Giftschlangen?

Wer viel in der Natur unterwegs ist, kann auch in Deutschland unverhofft auf die ein oder andere Schlange treffen. Gut zu wissen, ob es bei uns womöglich Giftschlangen gibt, wie diese aussehen, wie man sich bei Schlangenkontakt verhält und was man im Falle eines Bisses unternehmen sollte.

In Deutschland gibt es insgesamt 6 Schlangenarten. Zwei davon sind tatsächlich auch giftig. Zu den ungiftigen Arten zählen die Ringelnatter, Würfelnatter, Schlingnatter und Äskulapnatter. Giftig und dadurch auch etwas gefährlich, sind die Kreuzotter und die Aspisviper.

Aussehen und Vorkommen der ungiftigen Nattern:


1. Ringelnatter:


Die Ringelnatter ist die in Deutschland am meist verbreitetste Schlangenart. Sie wird 80 bis 120 cm lang und lebt vor allem in Feuchtgebieten, also in und um Seen. Ringelnattern ernähren sich von Fröschen, Kröten, Molchen, Kaulquappen und kleinen Fischen. Sie sind vollkommen harmlos und friedfertig. 

Man erkennt die Ringelnatter sehr gut an den gelb gefärbten Halbmonden am Hinterkopf. Die Unterseite ist gelblich-weiß.

Ringelnatter
 (pixabay.com)


2. Würfelnatter:


Die bis zu einem Meter lange Würfelnatter ist in Deutschland stark vom Aussterben bedroht, weshalb sie auch zum Tier Jahres 2009 gewählt wurde. Zu finden ist sie nur noch an Ufern der Flüsse, Nahe, Mosel und Lahn in Rheinland-Pfalz. Sie befindet sich den Großteil des Tages im Wasser um Fische zu fangen, zwischendurch benötigt sie ruhige Stellen, an denen sie sich in der Sonne wieder aufwärmen kann. Sollte man je einem dieser seltenen Exemplaren begegnen, ist diese völlig harmlos.

Die Würfelnatter kommt in grau-, braun- und olivtönen vor. Ihren Namen erhält sie von meist mehreren Reihen quadratischer Flecken. Die Unterseite ist weiß bis gelb und weist ein Muster aus quadratischen Flecken auf. Der Kopf ist spitz zulaufend.


Würfelnatter
Bild: By Orchi (Self-photographed) [GFDL or CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons

3. Schlingnatter


Die Schlingnatter ist eine eher zierliche und schlanke Schlange, die ca. 75 cm lang wird. Sie liebt trockene und warme Regionen z. B. südliches Mittelgebirge. Ihre Beute wird vor dem Verzehr umschlungen und erstickt. Auch die Schlingnatter steht auf der roten Liste der gefährdeten Tiere und wurde Reptil des Jahres 2013.

Die Schlingnatter weißt eine gewisse Ähnlichkeit mit der giftigen Kreuzotter auf. Die wichtigsten Unterscheidungsmerkmale sind die runden Pupillen und ein hufeisen- oder herzförmiger Fleck am Nacken. Bei Gefahr beißt die Schlingnatter schnell zu, der Biss ist jedoch ungefährlich. Ihre Oberseite ist grau, graubraun, bräunlich oder rötlich-braun. Die Unterseite ist grau - braun. Auffallend ist der dunkle Strich, der sich vom Nasenloch über das Auge bis hin zum Mundwinkel zieht. Auf dem Rücken können sich Quer-, aber auch Längsstreifen befinden.

Schlingnatter
Bild: Christian Fischer [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons

4. Äskulapnatter


Auch die Äskulapnatter ist eine Würgeschlange, und zudem noch eine recht Große. Mit bis zu 180 cm ist es die größte Schlange in Deutschland. Wie auch die Schlingnatter und Würfelnatter ist diese Schlange mittlerweile sehr selten und nur noch an 3 Stellen in Deutschland zu finden. Sie ist ein guter Kletterer und ist somit auch auf Bäumen zu finden.

Ihre Oberseite kann gelb-braun, olivgrün, graubraun oder grauschwarz sein. Sie ist glatt und glänzend. Einzelne Schuppen können weiß umrandet sein. Sie kann dunkle Längsstreifen an den Körperseiten haben. Die Unterseite ist hell- oder grünlichgelb bis weißlich gefärbt.

Äskulapnatter
Bild: By Christoph Leeb (Own work) [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons

Aussehen und Vorkommen der Giftschlangen:


1. Kreuzotter


Die Kreuzotter, eine Giftschlange aus der Familie der Vipern, kann eine Länge von 50 - 90 cm erreichen. In Deutschland kommt sie meist im Norden aber auch in den östlichen Mittelgebirgen vor. In Teilen Süddeutschlands ist sie ebenfalls anzutreffen.

Die Färbung der Kreuzotter ist sehr variabel. Charakteristisch ist jedoch das markante Zickzackband auf der Oberseite. Im Gegensatz zu den Nattern, hat die Kreuzotter schlitzförmige Pupillen und eine rostrote Iris. Die Unterseite kann graubraun, schwarzbraun und schwarz gefärbt sein und weist an Kehle und Kinn helle Flecken auf.

Kreuzotter
Bild: By Piet Spaans (Own work) [CC BY-SA 2.5], via Wikimedia Commons
Das Gift der Kreuzotter:

Kreuzottern sind sehr scheue Tiere, die sich eher verstecken, als anzugreifen. Dennoch kann sie von Menschen überrascht werden und dann beißen die Tierchen zur Abwehr zu. Für einen normalgewichtigen Erwachsenen besteht meist keine größere Gefahr, obwohl das Gift sehr stark ist. Da die Schlange aber keinen großen Giftvorrat bereithält, ist ein tödlicher Biss unwahrscheinlich. Gefährlich wird es bei älteren, abwehrgeschwächten Menschen und Kindern. Das Gift enthält blutzerstörende, gewebszerstörende Anteile und Nervengift. Meist führt es zu lokaler Schwellung an der Bissstelle, Es können aber auch Übelkeit und Erbrechen auftreten. Aufgrund der Nervengiftkomponente kann es auch zu Atemnot, Herzbeschwerden und Lähmungen führen. 


2. Aspisviper


Die Aspisviper kommt in Deutschland nur im südlichen Schwarzwald vor und wird bis zu 90 cm lang. Sie mag warme Geröllfächen, Steinbrüche oder Schotterflächen. Die Aspisviper wirkt gedrungen, der Kopf ist dreieckig und deutlich vom Körper abgesetzt. Die Pupille ist geschlitzt und die Iris gelb bis braun. Charakteristisch ist die dunkle Färbung, die nach den Augen beginnt und bis zum Hinterkopf reicht. Die Zeichnung kann barrenförmig, zickzack oder wellenartig sein.

Aspisviper

By Eric Steinert (photo taken by Eric Steinert at Paussac, France) [GFDL, CC-BY-SA-3.0 or CC BY 2.5], via Wikimedia Commons 

Das Gift der Aspisviper:

Das Gift der Aspisviper gilt als etwas stärker, als das der Kreuzotter, da es einen größeren Anteil an blutzerstörender Wirkung hat. Meist kommt es zu starken Schmerzen an der Bissstelle und Ödemen, die sich ausbreiten. Selten kann es zu anaphylaktischem Schock aufgrund des Schlangeneiweißes kommen.

Erste Hilfe bei Schlangenbiss:

- Ruhe bewahren
- Bewegung einschränken um die Giftausbreitung zu verlangsamen (im Idealfall im Liegen    transportieren)
- Extremitäten hochlagern
- kühlen (kein Eis!)
- nicht abbinden oder aussaugen
- Flüssigkeit zuführen (z.B. Wasser, Saft - kein Alkohol, Kaffee oder Cola)
- Antiseren werden nur bei sehr schwerem Verlauf verabreicht (Gefahr durch allergische Reaktionen durch das Fremdeiweiß)

Tödliche Gefahr für Hunde!

Während eher selten Menschen von Schlangen gebissen werden, kommt es beim Hund doch häufiger vor, da diese ihre Nase ja öfter ins Gebüsch stecken. Für kleine Hunde kann ein Kreuzotterbiss unter Umständen tödlich sein. Hier heißt es schnell handeln und die nächste Tierklinik aufsuchen. Auf folgender Seite gibt es einen Überblick über die Erste-Hilfe-Maßnahmen beim Hund: 

Erste Hilfe beim Hund


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